Musik wie einst in Sanssouci

(Cadolzburg) Es ist bekannt, dass Friedrich der Große selbst ein begeisterter Flötist war. Aber wie klang die Musik der Hohenzollern am Königshof in der Barockzeit? Auf diese Frage wurden in dem Konzert im Erkersaal der Hohenzollernburg vielerlei Antworten gegeben. Einerseits erhielt das Publikum einen akustischen Eindruck von allerhöchster Qualität, andererseits wurden sowohl die Werke, als auch die historischen Instrumente und Spieltechniken anschaulich erläutert. Das „Cicerone Ensemble“, bestehend aus Thomas Wormitt an der Traversflöte, Andreas Gilger am Cembalo und Adrian Cygan  am Barockcello musizierte auf unglaublichem Niveau. In tiefer Stimmung (Kammerton A = 415 Hz / nach „Kirnberger III“) kamen die wunderbar weichen Klänge der historischen Instrumente vortrefflich zur Geltung. Verzaubert durch die authentischen Interpretationen, sowohl was die Verzierungstechnik in den langsamen Sätzen angeht, als auch die virtuos schnellen Sätze, die präzise Agogik (gewollte Temposchwankungen in der Musik) und die Genauigkeit im Zusammenspiel, war das Publikum am Ende des Konzertes völlig begeistert und applaudierte euphorisch. Die Bandbreite der vorgetragenen Werke von Friedrich dem Großen - Sonate c-moll, über Georg Philipp Telemann - Sonate h-moll TWV 41:h4 bis zu Johann Philipp Kirnberger - Sonate G-dur Nr. 8 deckten etliche barocke Komponisten ab. Herausragend waren die Interpretationen der Sonate G-dur Op. 1 Nr 5 von Georg Friedrich Händel und der Sonate h-moll QV 1:168 von Johann Joachim Quantz. Kein Wunder, beide Sonaten sind auf der aktuellen CD zu finden, die Ende Februar aufgenommen wurde und demnächst auf dem klassischen CD-Markt bei Genuin erscheint. Es ist immer ein kultureller Hochgenuss, wenn in den historischen Mauern der Burg Künstler mit solchen Qualitäten musizieren. Auch beim nächsten Konzert der J.G. Pisendel-Gesellschaft, am 6. Mai 2018,  kann man mit erlesenen Musikern rechnen, wenn das a cappella Quartett „Viertuos“ aus Weimar um 17.00 Uhr in der ev. Markgrafen-Kirche gastiert. (M.L. - Kulturamt)

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