Protest gegen Kahlschlag

(Cadolzburg) Am Vormittag des 17. Februar protestierten viele Aktivisten vom Verein „Lebenswertes Cadolzburg“, Mitglieder vom „Bund Naturschutz“ und naturliebende Bürger aus verschienen Gemeinden in der Nähe des Bauernladen Lindenhof. Sie zeigten damit ihr Nicht-Einverständnis gegen die staatlich angeordnete Rodung des Waldes an der Staatsstraße zwischen Cadolzburg und Ammerndorf. Nach einer Begrüßung durch die Versammlungsleiterinnen Andrea Holzammer vom „Verein zum Erhalt eines lebenswerten Cadolzburg“ und Margareta Wittmann im Auftrag des Bund Naturschutzes, erläuterten die Damen den Grund dieser angemeldeten offenen Versammlung unter freiem Himmel. Dieser offizielle Abschied vom Wald, den sie als unsäglich traurig bezeichneten, soll ein Zeichen des Protestes und der Solidarität mit der Natur und den geschädigten Menschen setzen und zeigen, dass sie damit nicht einverstanden sind. Sie hoffen sehr, dass sich diese Aktion und ihr Wirken in der Zukunft im Umweltschutz bei Bauplanungen und Verkehrsangelegenheiten positiv niederschlägt. Gefahrlos für die Beteiligten und ohne den Verkehr zu behindern ging es danach querfeldein zum Rodungsgebiet. An Ort und Stelle wurde das Desaster in Augenschein genommen und über die Notwendigkeit dieser sinnlosen Naturvernichtung diskutiert. Mit Tüchern, die sie teils an den abgeholzten Baumresten befestigten und Transparenten brachten sie ihre Trauer aber auch ihren Unmut zum Ausdruck. (EB) 

Hintergrund (Verein Lebenswertes Cadolzburg): Zahlreiche kritische Eingaben und Versammlungen gab es vor 5 Jahren gegen die Verlegung der Staatsstraße, doch es kam 2014 zur Planfeststellung. Das Staatliche Bauamt Nürnberg begann aber nicht gleich mit dem Bau, weil es noch einen positiven Bürgerentscheid zur, von ihnen favorisierten „Cadolzburger Ortsumgehung“, einer durchgehenden  Schnellstraße zum B 8-Anschluss abwarten und Anschlüsse einplanen wollte. Das konnten der Verein „Lebenswertes Cadolzburg“ verhindern. Wir müssen die aktuellen Rodungen zwar hinnehmen, so Frau Holzammer, wir sind aber wie viele andere weiterhin nicht einverstanden. Auch haben wir nichts gegen Straßensanierungen, aber der Sinn einer Verlegung der Staatsstraße gerade an der Stelle erschließt sich uns nicht. Es entsteht ein immenser Schaden an Wald, Natur und teils enteigneten, teils zum freien Verkauf genötigten Landeigentümern. Wir glauben nicht, dass eine schnellere Straße an dieser Stelle mehr Sicherheit bringen wird, egal wie elegant diese verlaufen wird. Schamlos wurde bei der Planfeststellung ignoriert, dass es auch einen sicherheitsbedürftigen Rad- und Fußweg zum Bauernladen Lindenhof gibt, der zukünftig eine noch breitere Straße überqueren muss. Dass nun auch zuerst von Cadolzburg her gebaut werden wird, stellt einige betroffene Anlieger zudem vor größere Erreichbarkeitsprobleme. Wir solidarisieren uns mit den geschädigten Menschen und der geschädigten Natur und meinen: Verhältnismäßig und zum Wohle der Allgemeinheit scheint uns das nicht zu sein. 

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