Markgraf Achilles besuchte die Cadolzburg

(Cadolzburg) Mit dem Besuch einer starken Abordnung von Mitwirkenden der „Landshuter Hochzeit 1475“, unter ihnen auch ein Schauspieler, verkleidet als Markgraf Albrecht Achilles, der früher mit seiner Gattin Anna Herr auf der Cadolzburg war, fand am 24. September ein außergewöhnliches und besonderes Ereignis in der Cadolzburg statt. Bei der „Landshuter Hochzeit 1475“ freite der junge Herzog Georg von Bayern-Landshut die Polenprinzessin Hedwig. Die Hochzeit war ein Anlass von europäischer Dimension, die Feier sollte das üppigste Fest der späten Gotik werden. Inspiriert von einem Gemälde im Prunksaal des Landshuter Rathauses gründeten im Jahr 1902 Landshuter Bürger den Verein „Die Förderer“, der sich seither für die möglichst originalgetreue Aufführung der „Landshuter Hochzeit 1475“ engagiert. Das drei Wochen dauernde Fest, welches dieses Jahr vom 23.06. bis 23.07. in Landshut stattfand, wird nur alle vier Jahre aufgeführt und ist geprägt von großer Spielfreude und beeindruckendem Engagement der etwa 2.400 aktiven Mitwirkenden, sowie dem Streben nach größtmöglicher, spätgotischer Authentizität. Unter den Gästen aus nah und fern war seinerzeit auch Albrecht Achilles, Markgraf von Brandenburg und Herr auf der Cadolzburg mit seiner Gattin Anna, die Tante des Bräutigams aus Landshut. Was lag deshalb näher, dass Marktgraf Achilles im Jahr der Aufführung für einen Tag mit seinem Gefolge auf die Cadolzburg zurückkehrte. Nach dem Einmarsch durchs Brusela und durch das emsige Geschen des Herbstmarktes im historischen Marktplatz, gab es viele tolle Vorführungen im Burghof und im Erkersaal, welches die Besucher in die Zeit des Mittelalters hineinversetzte. Junge Edelleute in prächtigen Kostümen boten mittelalterliche Tänze dar, die „Brandenburger Trumeter“ kündigten standesgemäß die fürstlichen Gäste an. Die Musikgruppe „Cantafollia“ und die „Landshuter Hofkapelle“ spielten auf originalgetreuen Nachbauten mittelalterlicher Instrumente historische Vokal- und Instrumentalstücke. Die Fechter aus der Gruppe der Ahlspießträger zeigten in blitzenden Rüstungen die Kunst des Paulus Kal, welcher im 15. Jahrhundert lange Zeit Fechtmeister am Hofe Herzog Ludwig des Reichen in Landshut war. Dieser herrschaftliche Besuch war eine willkommene Abwechslung für viele Besucher des Herbstmarktes und wird so schnell nicht mehr wiederholt werden.

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