Feinmaterial in unseren Gewässern?

(Cadolzburg) Unter dem Thema: „Zu viel Feinmaterial in unseren Gewässern – Was kann man dagegen tun?“ fand am 06. November der 11. Gewässer-Nachbarschaftstag der Gewässer-Nachbarschaften Landkreis Fürth und Erlangen-Höchstadt, diesmal im Cadolzburger Betriebshof, statt. Nach den Grußworten vom Ersten Bürgermeister Bernd Obst und Ulrich Fitzthum, Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Nürnberg, gab Nachbarschaftsberater im Landkreis Fürth, Gunter Haas den weiteren Tagesablauf bekannt. Es folgten verschiedene Fach-Vorträge mit anschließenden Diskussionen. Das Thema Feinmaterialieneinträge ins Gewässer stand dabei im Vordergrund der Veranstaltung. Praktiker aus den Gemeinden diskutierten gemeinsam, welche Möglichkeiten es gibt, um Feinmaterialeinträge ins Gewässer zu verhindern und wie die Gemeinden dabei unterstützt werden können. Erster Bürgermeister Bernd Obst betonte, dass natürliche Bäche ein Gewinn für Mensch und Tier sind. Verschlammte Bäche beeinträchtigen nicht nur die Lebensräume für Fische und Kleinlebewesen, sondern erhöhen auch den Unterhaltungsaufwand erheblich. Gelungene Beispiele wie am Brunnlohgraben und Reichenbach zeigen, so Herr Obst, dass bereits mit kleinen Maßnahmen unsere Bäche wieder naturnah und schöner werden können. Am Nachmittag stand eine gemeinsame Exkursion zum Brunnlohgraben nach Wachendorf und zum Reichenbach nach Vogtsreichenbach am Programm, welche bereits in der Tagung vom Cadolzburger Marktbaumeister Herbert Bloß näher erläutert wurde.

Das Vorzeigeprojekt „Brunnlohgraben“ war dabei die erste Station. (Gruppenfoto). Herr Obst und Herr Bloß erläuterte an Ort und Stelle, welche Anstrengungen dabei unternommen wurden, dieses Gebiet unter naturschutzrechtlichen Gesichtspunkten als Auwald umzugestalten und als so genanntes „Ökokonto“ wieder neu aufzubauen. Die Planung erfolgte in enger Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörte, dem Wasserwirtschaftsamt und dem Amt für Landwirtschaft und Forsten. Das Projekt wurde Anfang 2009 in Angriff genommen, wobei die Betreuung einzelner Abschnitte von Schulklassen übernommen wurde. Nach vielen interessierten Fragen ging es dann – ohne Pressebegleitung – weiter zum Reichenbach, einem Projekt von „boden:ständig“ in Vogtsreichenbach. In Bayern sind rund 90.000 Kilometer Bäche und Gräben in der Unterhaltung der Gemeinden, wobei bereits zahlreiche Maßnahmen an den Gewässern umgesetzt wurden. Die Gemeinden, in deren Verantwortung die kleinen Bäche liegen, werden mit dieser Aufgabe nicht allein gelassen. Der Freistaat Bayern unterstützt dabei finanziell die Planung und eine konkrete Umsetzung. (EB)

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