Ein rundum gelungenes Museumskonzept

(Cadolzburg) Am 5.April war es soweit! Das seit 2008 geplante, umgebaute und ausgestattete Historische Museum in Cadolzburg wurde in einer Feierstunde eröffnet. Erster Bürgermeister Bernd Obst betonte, dass dieses 2,1 Millionen Euro teure Projekt eine „ reife und stattliche Leistung für die Marktgemeinde gewesen ist.“ Zu 47 Prozent musste die Kommune die Finanzierung selbst bewältigen. Aus dem Städtebauprogramm gab es fast eine Million Euro und 118 000 Euro von der Landesstelle für nicht-staatliche Museen. Der Bezirkstag steuerte 10 000 Euro bei und der Heimatverein beteiligte sich mit 30 000 Euro an den Kosten. Landrat Matthias Dießl gratulierte zur Eröffnung und meinte: „ Ein so modern konzipiertes Museum gibt es im ganzen Landkreis nicht.“ Regierungspräsident Thomas Bauer freute sich, dass mit diesem Haus wieder etwas gegen den „Verlust des kulturellen und historischen Gedächtnis“ getan wird. Glückwünsche gab es ebenfalls vom Bezirkstagspräsidenten Richard Bartsch, dem Architekten Stefan Hering sowie der Museumsbeauftragten Edith von Weitzel- Mudersbach. Zur Einweihung hatten sich viele Ehrengäste versammelt. Unter anderem Mitglieder des Gemeinderats, Abgeordnete aus Mautendorf, dem Ultental und aus Le palais sur Vienne sowie Vertreter der Firmen Flohr, Riegelein, Prüfrex und der Fam. Dietrich, die dem Museum Exponate geliehen haben. Bürgermeister Obst bedankte sich bei allen  Firmen, die an diesem Projekt Bau beteiligt waren und bei Frau Johanna Lippke, die mit ihrem Team die Pflanzung der Außenanlagen des Museums gestaltet hatte. Für eine sehr passende,festliche Umrahmung der Feierstunde sorgten drei Lehrer der Musikschule: Claudia Lange- Altblockflöte, Constanze Schneider- Violine und Christian Hutter- Cembalo. Bevor zu einem Imbiss eingeladen wurde, welches Frau Kern bestens arrangiert hatte, war Zeit zu einer Besichtigung. Auf drei Stockwerken des Museums werden drei Themenschwerpunkte präsentiert.

Frau von Weitzel- Mudersbach machte das Haus, das seine Ursprünge im Jahr 1543 hat, selbst zum Exponat. So kann man im Erdgeschoss sehen, wie und womit man im Mittelalter gebaut hat. Kleine Zeitfenster hier ,und auch in anderen Räumen, lassen einen Blick in alte Bausubstanz und in die Techniken der Vergangenheit zu. Die wechselvolle Geschichte des Ortes von der Steinzeit bis zur Gegenwart wird im ersten Stock gezeigt. In schwarzverkleideten Vitrinen sind von mehreren Seiten sichtbar, Exponate, wie Münzen, Handschriften und Ziergegenstände ausgestellt. Geschickt konzentriert sich die Beleuchtung auf das Wesentliche! Auch an das Handwerk früherer Jahre, Steinbrecher, Drechsler und Steinmetzen wurde gedacht, ebenso wie an die schöne Zeit der vielen Kirschbäume und „Brestli“. Etwas Besonderes ist die „Zeitmaschine“. Drückt man einen Hebel, bleibt sie nach dem Zufallsprinzip stehen und zeigt alte und neuere Fotos aus Cadolzburg, begleitet von der Musik damaliger Zeit. Die dritte Etage ist den „prominenten Söhnen des Marktes“ gewidmet. Konzertmeister und Violinist Johann Georg Pisendel und dem Juristen Wolfgang Heinrich Puchta. Mit wenigen Originalstücken, Handschriften und Bildtafeln wurde eine sehr ansprechende Ausstellung über die beiden berühmten Männer geschaffen. Nach dem Rundgang konnten die Besucher im anschließenden Püttrichhaus noch eine Sonderausstellung ansehen, die am 24.März 2017 von der Dekanatsfrauenbeauftragten Sabine Geyer und Pfarrer Büttner eröffnet wurde. Unter dem Titel:“ Vom Dunkel ins Licht“ wird auf 15 großen Schautafeln über das Thema Frauen und Reformation im süddeutschen Raum berichtet. Dokumente, die zeigen, in welcher Weise sie zur Reformation beigetragen haben. Die Bekanntesten sind wohl Argula von Grumbach, Agnes Dürer, Caritas Pirckheimer und, ganz aus der Nähe, Elisabeth Kraus, die 1569 in Bronnamberg geboren wurde. Musikalisch wurde diese Ausstellung, die das Frauenwerk Stein zusammengetragen hat, vom Blockflötenensemble Flautissimo umrahmt. Auch weiterhin sollen im Püttrichhaus Sonderausstellungen stattfinden. Cadolzburg hat mit dem Historischen Museum einen bedeutenden neuen Kulturort gewonnen, von dem bestimmt in der Folgezeit viele Besucher sehr begeistert sein werden! Die Öffnungszeiten sind Mi- So, von 14.00 bis 17.00 Uhr.

Anzeigen