Aufgaben und Pflichten der Jäger

(Cadolzburg) Die Regionalinitiative „Gutes aus dem Fürther Land“ hat sich mit Landrat Matthias Dießl und der Jägerschaft Kreisgruppe Fürth im Schützenheim in Cadolzburg getroffen, um sich über die Aufgaben und Pflichten von Jägern zu informieren. „Die Jagd in Bayern genießt einen breiten gesellschaftlichen Rückhalt“, erklärte Landrat Matthias Dießl. „Vorrangig geht es den Jägern nicht um Trophäen, sondern um eine nachhaltige Jagdkultur. Jäger pflegen Biotope, sie schaffen Lebensräume. Sie kümmern sich um den Erhalt der Artenvielfalt. Sie setzen sich für unsere Kulturlandschaft ein. Die Jäger leisten damit einen wichtigen Dienst.“ Wie Roland Kretsch, 1. Vorsitzender der Kreisgruppe Fürth im Landesjagdverband Bayern, betonte, stünden die Jäger zudem in engem Austausch mit der Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft. Ein wichtiger Grundsatz laute „Wald vor Wild“. Dies bedeute nichts anderes, als die vorrangige Berücksichtigung der Vegetation, insbesondere der Waldverjüngung nach dem Bayerischen Jagdgesetz. Die Jagd erfülle nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit einen gesetzlichen Auftrag neben der land- und forstwirtschaftlichen Bodennutzung. Basis der Jagd seien das Wissen, das handwerkliche Können und die Passion jeder einzelnen Jägerin und jedes Jägers. Derzeit gibt es in der Kreisgruppe 400 Jäger, auch immer mehr Frauen interessieren sich für dieses Ehrenamt. Jäger benötigen einen Jagdschein. Der dafür notwendige Theorieunterricht beträgt laut Kretsch 144 Stunden, geschult wird in sechs Fächern. Daneben sind mindestens 60 Stunden Praxis notwendig. Früher wurde die Jägerprüfung auch als das „Grüne Abitur“ bezeichnet. Ein Schwerpunkt liegt auf der Wildbrethygiene, erzählte Erich Reichert, 2. Vorsitzender und Leiter der Hegegemeinschaft Fürth-Süd Bibertgrund. Jäger dürfen Wildfleisch vermarkten und müssen daher besonders viel Fachwissen in diesem Bereich haben. „Da geht es schließlich um die Volksgesundheit“, sagte Kretsch. Sehr streng geprüft werde auch der Umgang mit der Jagdwaffe. Selbst kleinste Fehler führten hier dazu, dass der Prüfling durchfalle. Die Jungjäger der Kreisgruppe Fürth bestehen mit nahezu 100 Prozent die Jägerprüfung, berichtete Erich Reichert, Ausbilder und Mitglied des Prüfungsausschusses zur Jägerprüfung in Bayern. Der Landkreis hat circa 25.000 Hektar bejagbare Fläche. Diese verteilt sich auf insgesamt 55 Reviere. Es gibt zwei Hegegemeinschaften, die strukturell an die gegebenen Naturräume Bibertgrund und Zenngrund angegliedert sind. (LKF)

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